Finanzpolitik in der Demokratie

Komplexes Entscheiden, M.A. / WiSe 2017/2018
 
Modulbereich: Interdisziplinärer Kernbereich
 
  • Modul: Normativ-ethische und wirtschaftswissenschaftliche Perspektiven
  • LV: Finanzpolitik in der Demokratie
  • Dozent: Prof. Dr. André W. Heinemann
  • Zeit: montags, 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr
  • Ort: GW2
  • Raum: 2890
  • VAK: 09-M39-1-02-04
 
 
Gegenstand der Lehrveranstaltung
 

Die Lehrveranstaltung gibt einen Überblick zur öffentlichen Finanzwirtschaft sowie den besonderen Problemen der Finanzpolitik. Sie befasst sich aus theoretischer Perspektive mit den ökonomischen Grundlagen staatlicher Aktivitäten und bietet insbesondere für Absolventen nicht-wirtschaftwissenschaftlicher Bachelor-Studiengänge einen Einstieg in die Lehre staatlicher Aktivitäten. Hierzu zählt neben der Vorstellung wesentlicher Ziele, Träger und Instrumente der öffentlichen Finanzpolitik auch die Analyse des marktwirtschaftlichen Prozesses und die Klärung von Ursachen, welche zu Marktversagen, Verteilungsversagen und Präferenzversagen als Rechtfertigung staatlicher Aktivitäten führen können.

Die damit angedeuteten Aktivitäten der öffentlichen Hand unterliegen innerhalb demokratischer Strukturen bestimmten Entscheidungsprozessen. Staatliche Aktivitäten sind kollektive Aktivitäten, bei denen individuelle Interessen als gemeinsame Interessen zum Ausdruck kommen. Insofern ist es auch von Bedeutung, wie Individuen im öffentlichen Sektor handeln und durch welche Institutionen ihr Handeln beeinflusst bzw. gelenkt wird. Darauf aufbauend soll den Studierenden der öffentliche Budgetprozess näher gebracht werden, da sich ein Großteil der staatlichen Aktivitäten in öffentlichen Haushalten niederschlagen. Abgeschlossen wird die Lehrveranstaltung mit einer Analyse der Finanzierungsinstrumente des Staates.
 
 
Zielsetzung
 
Die Lehrveranstaltung soll die Fähigkeit vermitteln, die Rechtfertigungen staatlicher Aktivitäten sowie die sich aus staatlichem Handeln ergebenden Probleme nachvollziehen zu können. Die Studierenden werden auch formal über die Analyse staatlichen Handelns grundlegend unterrichtet. Die Studierenden sollen einen Überblick über ökonomische Theorien bezüglich der öffentlichen Aktivitäten innerhalb einer sozialen Marktwirtschaft gewinnen. Es sollen Grundlagen geschaffen werden, um die im interdisziplinären Kernbereich erworbenen Fähigkeiten erweitern, komplexe Probleme verstehen und kritisch reflektieren zu können.
 
 
Themen
 
Kapitel 1: Grundlagen der Finanzpolitik
Kapitel 2: Markt und Marktversagen
Kapitel 3: Staatliche Bereitstellung öffentlicher Güter
Kapitel 4: Externalitäten aus ökonomischer Perspektive
Kapitel 5: Unteilbarkeiten und staatliche Eingriffsmöglichkeiten
Kapitel 6: Der öffentliche Haushalt: Haushaltsaufstellung und Haushaltsvollzug
Kapitel 7: Der staatliche Entscheidungsprozess
Kapitel 8: Entscheidungsgrundlagen bei der Erhebung von Steuern zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben
Kapitel 9: Öffentliche Verschuldung: Begründungen und Probleme
 
 
Literatur
 
Begleitende Literatur
 
Brümmerhoff, Dieter und Thiess Büttner (2015), Finanzwissenschaft. 11., überarbeitete und aktualisierte Aufl., de Gruyter Oldenbourg, Berlin.
 
Blankart, Charles B. (2017), Öffentliche Finanzen in der Demokratie. 9., vollständig überarbeitete Aufl., Vahlen, München.
 
Edling, Herbert (2011), Die Hauptfunktionen des Staates, Wirtschaftsstudium 40 (3), 379 - 391.
 
 
Ergänzende Literatur
 
Zimmermann, Horst, Henke, Klaus-Dirk und Michael Broer (2017), Finanzwissenschaft. 12., neu gestaltete und überarbeitet Aufl., Vahlen, München.
 
Fritsch, Michael (2014), Marktversagen und Wirtschaftspolitik. 9., vollständig überarbeitete Aufl., Vahlen, München.
 

Eibner, Wolfgang, Hoyer, Werner und Klaus-Dieter Rothe (2010), Indifferenzkurvenanalyse, Wirtschaftsstudium 39 (5), 712-719.

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